Industrielle Wasserlacktrocknung

Im Hobelwerk

Kein Beschichtungsprozess ist wie der andere. Je nach verwendetem Lackmaterial oder applizierten Nassschichtdicken müssen, insbesondere bei der Verkürzung des Trocknungsprozesses von Wasserlacken, die Anlagentechnik oder die Beschichtungsprodukte den notwendigen Parametern angepasst werden.

Remmers Produkte zur Oberflächenbeschichtung von Profilhölzern lassen sich ohne Einbußen der Materialqualität und Haltbarkeit mit folgenden Anlagetechniken beschleunigt trocknen.

  • Trockenkanal (Umlufttrockner) z. B. für Hordenwagen mit ständigem frischen Luftaustausch und einer steigenden Temperaturkurve von ca. 25°C– 30°C im Anfangsbereich, 40°C– 45°C im Mittelbereich und einem Auskühlbereich von ca. 25°C – 20°C. Die jeweiligen Takt- bzw. Verweilzeiten der beschichteten Profilhölzer im Trockenkanal sind insbesondere von den applizierten Nassschichtdicken abhängig.
  • IR Trocknung (Infrarot), hier wird die frisch beschichtete Oberfläche mit mittelwelligen Infrarotstrahlern (z. B. Garbonstrahler) bestrahlt, wobei das Wasser in den Beschichtungsmaterialien die Strahlung absorbiert, in Wärme umsetzt und deshalb verdunstet. Vorteilhaft wäre eine Kombination aus Infrarotstrahlung und Umlufttrockung zu wählen, damit eine effektive Durchtrocknung des jeweiligen Beschichtungsmaterials gewährleistet werden kann.
  • OIR Trocknung (Optimiertes Infrarot), bei diesem Trocknungsverfahren werden Infrarotstrahler eingesetzt, deren Emissionsspektrum gezielt auf die Absorptionskurve der herauszulösenden flüchtigen Lackbestandteile abgestimmt ist (gezielte Wärmeeinbringung ins Innere der Lackschicht). Ein entscheidender Vorteil dieser Trocknungstechnik liegt darin, dass der Lack von innen nach außen gleichmäßig, schnell und schonend trocknet. Im Anschluss an die Bestrahlung werden die flüchtigen Lackbestandteile über Düsentrockner abtransportiert.
  • MOS Trocknung (Selektive Mikrowellen), hier wird über eine Strahlung einer Wellenlänge von 2,54 GHZ Energie in den Beschichtungsaufbau eingebracht, die selektiv / speziell die Wassermoleküle anregt. Durch diese Wellenlänge können die Wassermoleküle den Beschichtungsfilm verlassen. Diese Wassermoleküle werden im Anschluss über einen Düsentrockner abtransportiert.
  • UV Trocknung (Ultraviolettes Licht) für diesen Trocknungsbereich sind spezielle UV-härtende Beschichtungsmaterialien mit Photoinitiatoren notwendig, wobei nach der physikalischen Trocknung der wässrigen Produkte, mittels der oben beschriebenen Anlagentechniken, die Oberfläche mit UV-Strahlen bestrahlt wird, was eine chemische Reaktion – Vernetzungsprozess – hervorruft.