Denkmalgerechte Betoninstandsetzung

Von Zaunpfählen über die Berliner Mauer bis zu ganzen Objekten

Seit einigen Jahren werden vermehrt relativ junge Bauwerke aus allen Bereichen des Betonbaus zum Baudenkmal erklärt. Sie sind im Sanierungsfall unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen instand zu setzen, was zumeist den Verzicht auf die Anwendung der üblichen Regelwerke bedeutet. Gefordert sind individuelle, objektspezifische Lösungen im Dialog mit „der Denkmalpflege“.

Teile der für Beton typischen Schadensbilder kennen wir auch von Natursteinfassaden:

  • Organische und anorganische Auflagerungen auf der Oberfläche
  • Sandende, aufgelockerte Oberflächenbereiche
  • Schlecht angepasste Reparaturmörtel
  • Lunker und Kiesnester
  • Risse und offene Fugen

Andere Schadensbilder sind dem bewehrten Beton vorbehalten und bedürfen einer besonderen Behandlung:

  • Rostende Bewehrung
  • Absprengungen und Risse infolge Bewehrungskorrosion

Die intensive Beschäftigung mit dem Thema zeigt eine Vielzahl von Möglichkeiten hinsichtlich des Einsatzes bereits bestehender Produktsysteme aus allen Bereichen der Bauwerkserhaltung. Häufig handelt es sich um Alternativkonzepte zu den bestehenden Regelwerken.

Ein Beispiel ist der Einsatz von Remmers Restauriermörteln für statisch nicht mittragende Ergänzungen (Beanspruchbarkeitsklasse M1).

Die Praxis zeigt, dass wenig bekannt ist, wie sich gerade hier Erkenntnisse aus der Natursteininstandsetzung sinnvoll einsetzen lassen. Die Einstellung physikomechanischer und farblicher Eigenschaften ist bei Remmers Restauriermörteln jahrelang erprobt. Das Einarbeiten von Grobzuschlägen ist vor Ort möglich, so dass eine möglichst exakte Anpassung an das optimale Erscheinungsbild des Altbetons erreicht werden kann.

Für das Entstehen von Korrosion im Beton sind neben der Depassivierung des Stahls durch Karbonatisierung des Zementsteins hinreichend hohe Feuchtegehalte verantwortlich. Gerade bei historischen, frühen Betonkonstruktionen finden sich auf Grund stark poröser Gefüge hohe Karbonatisierungstiefen. Daher kommt, neben dem Austausch von Originalmaterial, nur eine effektive Wasserabweisung zum Schutz der Bausubstanz in Frage. In dieser Situation ist die wasserabweisende Einstellung der Betonoberfläche, z. B. mit einer unsichtbaren hydrophobierenden Imprägnierung, das einfachste Oberflächenschutzsystem.

Vielfältige weitere Möglichkeiten wurden während der letzten Jahre bei der Konservierung der Zaunpfähle des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz oder der Restaurierung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin umfangreich erprobt.

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