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Die Geschichte des BetonsVon den Phöniziern über Vitruv bis heute„Das Grundrezept für Beton ist einfach und was man für ihn braucht, das liefert die Natur: Zement aus Kalkstein und Ton und – als so genannte Gesteinskörnung – Sand, Kies und schließlich Wasser. Der Zement spielt dabei die entscheidende Rolle, denn er bildet zusammen mit dem Wasser den Zementleim, der die Gesteinskörnung verbindet und dadurch erst ein hartes Gestein entstehen lässt.“ [Deutsche Zement- und Betonindustrie] Die Kenntnis und das „Beton“-Wissen um die frühgeschichtlichen Bindemittel, einer Mischung aus Kalk, Ziegelmehl oder Puzzolanerde, reichen sehr weit zurück. Die Phönizier vermischten Kalkmörtel vor 3.000 Jahren mit vulkanischem Gestein. Sie schufen damit ein Material, das sogar unter Wasser aushärtete.
Über die Griechen gelangten diese Erkenntnisse und Techniken ungefähr im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Italien, dem damaligen Römischen Reich. Das Herstellen druckfester Bauteile aus wasserbeständigem Mörtel und Steinbrocken, die zusammen in einer Schalung erhärteten, erlebte dann im 1. Jahrhundert n. Chr. seinen Durchbruch und wurde zum Maßstab der späten römisch-kaiserlichen Architektur. Der römische „Beton“, heute – in Anlehnung an Vitruv – auch als „Opus Caementitium“ bezeichnet, war geboren. In ganz Europa entstanden in dieser Zeit phantastische und monumentale Bauwerke, die auch nach fast 2.000 Jahren immer noch zu bestaunen sind: Tempel, Theater, Zisternen, Aquädukte, Abwasseranlagen, Thermen, Straßen, Hafenanlagen, Tunnel, Brücken und Wohnhäuser.
Als eines der letzten großen Betonbauwerke in der römischen Tradition gilt der 1173 begonnene „Schiefe Turm von Pisa“. Ein monolithischer Betonzylinder von 2,7 m Wandstärke umschließt eine gewendelte Treppe und ist beidseitig mit hartem Marmor verkleidet. Über das Mittelalter geriet die Betonbautechnik in Vergessenheit und wurde erst um 1700 wiederentdeckt. Seither wurde der Beton durch ständige Weiterentwicklungen und Verbesserungen zu dem Baustoff unserer Zeit. Auch Beton braucht Schutz und muss repariert werdenTrotz hoher Qualität und Beständigkeit können jedoch auch am Beton Schäden auftreten, die eine Instandsetzung und einen zusätzlichen Schutz erforderlich machen. Verschiedene innere und äußere Einflüsse können die Beständigkeit von Beton nachhaltig beeinflussen. Durch die typische Anwendung von Beton im Verbund mit Stahl, als so genannter Stahlbeton, ergibt sich als wichtigster Schadensmechanismus das Korrodieren der Bewehrung. Dies entsteht zumeist aufgrund der Carbonatisierung des Betons im Bereich der Überdeckung oder durch das Eindringen von Chloriden (z. B. aus Streusalz). Hinzu kommen Schäden durch stetig über Risse eindringende Feuchtigkeit, die wiederum Rost- und Frostschäden verursachen können. Aufgrund der Vielfalt der Schadensursachen und Schadensbilder an Stahlbetonkonstruktionen gibt es seit vielen Jahren differenzierte Instandsetzungsprinzipien. Diese sind für Deutschland in der Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ (Instandsetzungs-Richtlinie) des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) beschrieben. Nach einer bereits laufenden Koexistenzphase tritt ab 2009 die Euro- Normenreihe EN 1504 (in Deutschland DIN EN 1504) „Produkte und Systeme für den Schutz und die Instandsetzung von Betontragwerken“ in Kraft.
Mit der Einführung der EN 1504 wird dem Planer ein wesentlich höheres Maß an Freiheit gewährt. Er wählt für die jeweils konkrete Maßnahme vor dem Hintergrund der spezifischen Randbedingungen ein Instandsetzungsprinzip und dann ein entsprechendes Verfahren aus Teil 9 der Norm aus. Alle produktbezogenen Teile der Norm beziehen sich auf diese Prinzipien und Verfahren. Während die Instandsetzungs-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton lediglich vier Instandsetzungsprinzipien kannte, ist deren Zahl im Rahmen der Europäischen Normung nun auf elf erweitert worden. Service & Kontakt
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