Die Putzfassade

Zielgerichtete Putzrestaurierung

Instandsetzungs- bzw. Konservierungsaufgaben im Putzbereich stellen sich äußerst vielfältig dar, Gleiches gilt somit für die vorab zu erfolgenden Untersuchungen, die natürlich auf die jeweilige Aufgabenstellung und sich daraus ergebende Fragestellung zugeschnitten sein müssen.

Grundsätzlich können folgende Aufgabenbereiche unterschieden werden:

1. Putz auf feuchte- und salzbelasteten Untergründen

Dieses Aufgabenfeld ist ein sehr häufig auftretendes und tritt sowohl im Bereich historisch denkmalgeschützter Gebäude wie auch an Profanbauten in großer Stückzahl und unterschiedlichsten Facetten auf.

Die Aufgabenstellung als Ganzes lässt sich in folgende unterschiedliche Teilaspekte untergliedern, aus denen sich die während der Planungsphase zu erarbeitenden Kennwerte, die das „Rückgrat“ der Konzepterstellung darstellen, ableiten:

  • Die im Bereich mineralischer Putze primär zur Anwendung gelangenden Bindemitteltypen Kalk und Zement reagieren stark unter schiedlich auf Feuchte- und Salzbelastung
  • Die beiden angesprochenen Bindemitteltypen produzieren neben sich deutlich unterscheidenden Festigkeiten auch deutlich unterschiedliche Gefüge. Diese wiederum ziehen in der Regel große Unterschiede in der Feuchtetransportfähigkeit nach sich

Zusammengefasst bedeutet dies, dass grundsätzlich über eine zielgerichtete Rezeptierung eines Putzes die Möglichkeit besteht, stark variierende Putzleistungsprofile zu erzeugen.

Um aus dieser Vielzahl von Möglichkeiten, die den „Sanierputz“ mit einschließen, sich aber nicht auf ihn beschränken, ein nachhaltig wirksames Konzept aufzubauen, sind detaillierte Kenntnisse über den Belastungsgrad bezüglich Feuchte und Salz notwendig.

Diese Kenntnisse sollten ein dreidimensionales Bild von Entnahmefeuchtigkeit, Durchfeuchtungsgrad sowie Menge und Art von Salzen beinhalten. Die Probeentnahme in Form von Messachsen stellt in der Regel die effektivste Variante dar, um zu solch einem Ergebnis zu gelangen.

Bei der Konzeptgestaltung in diesem Feld der Aufgabenstellungen weist die Remmers Fachplanung einen erheblichen Erfahrungshorizont auf. Dieser resultiert aus der Teilnahme bzw. Durchführung von Forschungsprojekten bis hin zur aktiven Mitarbeit an Arbeitsgruppen innerhalb der WTA, die sich mit diesem Themenfeld in den letzten beiden Jahrzehnten beschäftigt hat.

2. Putzkonservierung

Während es bei der unter 1. beschriebenen Aufgabenstellung in der Regel um die Auswahl eines „neuen“ Putzmörtels geht, ist unter der Thematik „Putzkonservierung“ der Erhalt historischer und damit kunsthistorisch wertvoller Putze zu verstehen. Diese stehen oftmals in Verbindung mit Wandmalereien und sind in ihrer Funktion als Putzträger zu erhalten.

Die sich aus dieser Aufgabe ableitenden Fragestellungen sind denen der Natursteinkonservierung bzw. Betonkonservierung in einigen Aspekten ähnlich. Auch im Falle der Putzkonservierung geht es an vielen Stellen um die Konsolidierung aufgelockerter Gefüge, in diesem speziellen Fall sich aus dem Bindemittel und den spezifischen Zuschlägen aufbauend.

Als Ursache für diese Schäden ist an vielen Stellen eine Salzproblematik zu beobachten, auf die im Konservierungskonzept entsprechend eingegangen werden muss.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Ergänzung des vorhandenen Originals durch objektspezifisch nachgestellte Putze. Auch hier stellen „Vorab-Analysen“ die Basis für diese Arbeiten dar.

Daraus ergibt sich folgendes Paket von Kennwerten, die im Umfeld der Putzkonservierung von der Remmers Fachplanung ermittelt und in die Konzeptfindung mit einbezogen werden:

  • Befundsituation
  • Gefügesituation
  • Festigkeitsverhältnisse
  • Feuchtetransportfähigkeit
  • Salzgehalte
  • Feuchtegehalte

Insbesondere die Nennung von Feuchte- und Salzgehalt macht deutlich, dass es in der Praxis im Bereich „Putz“ einen fließenden Übergang bzw. eine deutliche Überlappung von Feuchte- und Salzthematik zu der reinen Konservierungsaufgabe gibt. Gerade auch in der Aufgabenstellung Putz ist eine ganzheitliche Betrachtung der Aufgabenstellung von besonderer Bedeutung.